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Neue alte Regeln für die Wohnbauförderung

Neue alte Regeln für die Wohnbauförderung?

Altersgerechtes Wohnen: Gezielt fördern!

Ein Großteil aller Bestandswohnungen stammt aus einer Zeit, in der die demografische Entwicklung noch nicht thematisiert wurde. Altersgerechtes Wohnen? Fehlanzeige. Die Bundesinnung Bau fordert förder- und fiskalpolitische Unterstützung für barrierefreies Bauen – im Sinne der SeniorInnen, der Bauwirtschaft und der Sozialbudgets.

Fakt ist: die Menschen in Österreich werden immer älter. Fakt ist auch: die Menschen wollen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben. Eine altersgerechte Sanierung von Bestandswohnungen macht dies möglich. Damit werden gleichzeitig Sozialsysteme entlastet und die Wirtschaft gestärkt. Volkswirtschaftliche Vergleichsrechnungen sprechen eindeutig für die Pflege in der eigenen Wohnung gegenüber der Versorgung im Alten- und Pflegeheim. Die Bundesinnung Bau hat die Kosten für altersgerechte Sanierungsmaßnahmen berechnet. Der Umbau in Einfamilienhäusern und im Mehrgeschosswohnbau einschließlich Liftanteil beschränkt sich auf Einmalkosten pro Kopf von durchschnittlich rund 20.000 Euro. Demgegenüber beträgt der öffentliche Kostenanteil im Pflegeheim pro Bezieher von kleinen Pensionen jährlich circa 23.000 Euro. Daher rechnet sich der seniorengerechte Umbau von Bestandswohnungen bereits in den ersten zwei Jahren, lautet das Ergebnis einer Studie von Bmstr. Rudolf Leitner.

Die Generation 40+ denkt an morgen und übermorgen: Laut einer aktuellen GfK-Studie planen 41% der Befragten eine Adaptierung in Richtung barrierefreies Bauen, um auch im Alter zuhause zurechtzukommen. Jeder zweite möchte im Falle von Pflegebedarf in den eigenen vier Wänden versorgt werden. Das große Interesse an seniorengerechter Wohnversorgung ist unter anderem den simplen Tatsachen geschuldet, dass 63% der Bestandswohnungen nicht altersgerecht sind und dass wir heute um die Überalterung der Gesellschaft wissen.

Bundesinnung setzt sich für Förderungen und Steueranreize ein

Durch das Ergebnis der aktuellen GfK-Studie, wonach in der Altersgruppe 40+ eine hohe Investitionsbereitschaft in Bezug auf barrierefreies Bauen bzw. Umbauarbeiten in Richtung Barrierefreiheit im privaten Wohnbereich besteht, sieht sich die Bundesinnung Bau in ihren Bemühungen um rasche förder- und fiskalpolitische Anreize für barrierefreies Bauen bestätigt. Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel erhebt aus diesem Anlass zum wiederholten Mal die Forderung nach einem Sanierungsscheck als Anstoßfinanzierung für barrierefreies Bauen und die seniorengerechte Adaptierung von Wohnungen und Einfamilienhäusern: „Barrierefreies Bauen lässt uns drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wir fördern die Lebensqualität der SeniorInnen, kurbeln die Bauwirtschaft an und entlasten die Sozialbudgets des Bundes, der Länder und der Gemeinden“, so Bundesinnungsmeister Frömmel.

GfK-Studie zeigt: Die Bevölkerung will barrierefreies Bauen

In der vorliegenden Untersuchung nennen vier von fünf Befragten die vertraute Umgebung und die höhere Lebensqualität als Hauptmotive für Umbaumaßnahmen. Jeder Zweite der Generation 40+ möchte bei Pflegebedürftigkeit in höherem Alter zu Hause gepflegt werden. Nur 19 % würden eine Betreuung in einer Seniorenresidenz und 15 % in einem Pflegeheim bevorzugen. Bei 63 % der Probanden ist das aktuelle Wohnumfeld nicht barrierefrei, was das anstehende Anpassungspotenzial verdeutlicht. Ganz oben auf der Wunschliste für Umbauarbeiten stehen die Neugestaltung des Sanitärbereichs, die rollstuhlgerechte Verbreiterung der Türen, der Einbau eines Treppenlifts, eine barrierefreie Küche und der Ein- oder Anbau eines Aufzugs.

Für die notwendigen Arbeiten sind jeweils zwei Drittel der Befragten bereit, bis zu 5.000 bzw. 5.000 bis 10.000 Euro aufzuwenden, 23 % bis zu 20.000 Euro. Als Anreiz halten 53 % eine unbeschränkte steuerliche Absetzbarkeit sowie 28 % eine reduzierte Mehrwertsteuer für ihre Investition in barrierefreies Bauen für wünschenswert.

Barrierefreies Bauen mit Sanierungsscheck

Mit Aussicht auf einen Sanierungsscheck in Form eines staatlichen Einmalzuschusses von bis zu 6.500 Euro wären 22 % sicher und 48 % der Befragten eher bereit, die notwendigen Maßnahmen zu beauftragen. Als hinderlich für die seniorengerechte Adaption bezeichnet jeder zweite die Bürokratie bei Förderansuchen und Genehmigungen sowie etwaige Probleme bei der Bauabwicklung. Für die bauliche Umsetzung würden 25 % sicher und 42 % eher einen Fachmann heranziehen. 61 % wünschen sich als Ansprechpartner einen Experten für alle Leistungen, wobei 52 % sämtliche Arbeiten an ein gewerbliches Unternehmen vergeben würden. Mit einer entsprechenden Förderung wären sogar 65 % der Befragten bereit, die Umbauten offiziell mit einem speziell ausgebildeten Profi zu realisieren.

Die kostengünstigste Wohnversorgung von zertifizierten Baumeistern

Die jüngste Untersuchung betrachtet das Baugewerbe auch als schlüssige Ergänzung einer im Vorjahr präsentierten volkswirtschaftlichen Studie, welche die Adaptierung von Bestandswohnungen im Vergleich mit Pflegeeinrichtungen als die kostengünstigste Wohnversorgung dokumentiert. Mit einem eigens entwickelten Fortbildungsprogramm können sich Baumeister an den österreichischen BAUAkademien auf barrierefreies Bauen und Wohnen bzw. die seniorengerechte Adaptierung von Wohnungen spezialisieren.

Zertifizierte Baumeister finden Sie auf www.bau.or.at
Link: Die GfK-Umfrage zum Thema als Download.pdf