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Schattenwirtschaft: Im Frühjahr blüht der Pfusch am Bau

Pfusch am Bau wird oftmals als Kavaliersdelikt missverstanden. Die ernsthaften Gefahren, wie Bauschäden, Haftstrafen und der Ruin durch Forderungen der Krankenkassen nach Unfällen sind vielen unbekannt. Die Bundesinnung Bau unterstützt den Kampf gegen Sozialbetrug und Schwarzarbeit.

Die falsch verstandene Sparsamkeit mancher Häuslbauer treibt alljährlich vor allem nach der Winterpause ihre Blüten. Die mäßige Wirtschaftslage ist zusätzliches Wasser auf die Mühlen der Schwarzarbeit. Der Pfusch am Bau hat Hochsaison. Die Bauinnungen und die Kontrollorgane des Finanzministeriums setzen deshalb vor allem am Anfang der Bausaison verstärkt auf die Überprüfung von Baustellen. Die Gefahrenquellen, wie Bauschäden, Haftungs- und Strafrisiken werden allgemein unterschätzt.

Auf Pfusch am Bau stehen bis zu zwei Jahre Haft

„Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt! Wer beim Pfusch am Bau erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen!“, macht der Bundesinnungsmeister der Bundesinnung Bau, Hans-Werner Frömmel, auf die Folgen illegaler Bautätigkeit aufmerksam. Anzeigen wegen Verletzung der Gewerbeordnung sind nur eine mögliche Konsequenz. Bei illegaler Erwerbstätigkeit in größerem Umfang sind auch strafrechtliche Konsequenzen, bis hin zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, vorgesehen. Wer seinen Pfusch am Bau mit Arbeitskräften aus dem EU-Ausland abwickelt, muss zudem mit saftigen Strafen nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz rechnen.

Billiger kommt oft teurer

Hinter dem Pfusch am Bau stehen oft illegale Firmengeflechte, die ungeschulte und unbefugte Arbeitskräfte einsetzen. Dadurch wird der Pfusch am Bau auch durch die oft minderwertige Leistung zum zusätzlichen Risiko. Schwarzfirmen verwenden häufig schlechtes Baumaterial, tauchen nach getaner Arbeit unter und sind folglich für spätere Reklamationen nicht mehr greifbar. Mangels Garantien sind die Kosten für die professionelle Behebung von Baufehlern oft um ein Vielfaches höher als die vermeintliche Ersparnis, die der Bauherr durch den Pfusch am Bau erzielt hat. Bundesinnungsmeister Frömmel dazu: „Wir kennen auch Fälle, in denen die illegalen Anbieter hohe Anzahlungen kassiert und sich dann ganz ohne Leistung abgesetzt haben!“ Schwarzarbeiter sind außerdem nicht versichert. Unfälle beim Pfusch am Bau, die ärztliche Hilfe notwendig machen, können den Bauherrn durch Forderungen der Krankenkasse für die Einsatz- und Behandlungskosten teuer zu stehen kommen.

Wer erfahren möchte, ob eine Firma über eine entsprechende Gewerbeberechtigung verfügt und wer der gewerberechtliche Geschäftsführer ist, kann diese Informationen im Firmen A-Z der Bauinnungen und bei der Wirtschaftskammer Österreich unter www.bau.or.at oder www.wko.at abrufen.

Bundesinnung Bau begrüßt den verstärkten Kampf gegen Sozialbetrüger

Aufgrund der gemeinsamen Initiative von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur Bekämpfung des Sozialbetrugs zeigt sich das Baugewerbe zuversichtlich, dass in Zukunft strenger und effizienter gegen Schwindelfirmen und Pfusch am Bau vorgegangen wird. Auch Bundesinnungsmeister Frömmel versichert: „Wir stehen voll und ganz hinter dem Maßnahmenpaket gegen Scheinfirmen.“ Er bietet den Ministerien seine Unterstützung an und weist darauf hin, dass die Bundesinnung Bau in den letzten Jahren im Zuge der Kampagne „Baufair!“ selbst wesentliche Schritte gesetzt hat, um unseriöse Firmenpraktiken und Pfusch am Bau hintanzuhalten. Geschädigt seien, so Frömmel, infolge der Schattenwirtschaft nicht nur die Arbeitnehmer durch Lohn- und Sozialdumping, sondern auch die Endverbraucher, der Staat durch hinterzogene Steuern und Abgaben und die seriös anbietenden Unternehmen, die besonders unter der Wettbewerbsverzerrung durch den Pfusch am Bau leiden. Aber auch kriminelle Machenschaften sind im Umfeld von Schwindelfirmen nicht selten.Das Baugewerbe begrüßt daher auch die Task Force Merlin des Bundeskriminalamtes und andere Initiativen, um die Baubranche vor unsauberen Praktiken und dem Schaden durch Pfusch am Bau zu schützen.

Starkes Maßnahmenpaket zum Schutz von Bauherren und seriösen Baufirmen

Das bisher realisierte Maßnahmenpaket umfasst die verpflichtende Anmeldung vor Arbeitsbeginn, das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz, das AuftraggeberInnen-Haftungsgesetz sowie verstärkte Kontrollen durch Organe der Finanzpolizei, Sozialversicherung und der Bauarbeiterurlaubs- und Abfertigungskassa.

Der Bundesinnungsmeister betont, dass für die heimischen Baumeister strenge Standesregeln gelten und vor Erteilung der Baumeisterberechtigung eine behördliche Zuverlässigkeitsprüfung abzulegen ist. In der jüngsten Gewerberechtsnovelle ist auch eine obligatorische Haftpflichtversicherung vorgesehen. Im Falle von Mängeln besteht bei inländischen Baumeisterbetrieben Anspruch auf Gewährleistung und Schadenersatz sowie die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer Schlichtungsstelle.

Aktuelles vom Baugewerbe auf www.bau.or.at