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Altersgerechtes Wohnen: Dringender Handlungsbedarf für Politik und Verwaltung

16.05.2013

Die Leistbarkeit des barrierefreien Wohnens im Alter war am 13. Mai auf Einladung der Bundesinnung Bau Gegenstand eines Runden Tisches im Parlament.

Unter dem Vorsitz von Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel debattierten die Abgeordneten zum Nationalrat Gertrude Aubauer (ÖVP), Gabriela Moser und Karl Öllinger (Grüne), Bernhard Vock (FPÖ) Sigisbert Dolinschek (BZÖ), Christoph Hagen und Barbara Kupfer (Team Stronach), sowie die Experten Josef Schmidinger (S-Bausparkasse), Wolfgang Amann (Inst. Bauen & Wohnen), Rudolf Leitner (Studienautor) und Vertreter des Seniorenrates sowie Invalidenorganisationen Strategien zur Leistbarkeit der barrierefreien und seniorengerechten Wohnraumadaptierung.

Hintergrund für die Initiative des Baugewerbes sind dringend notwendige politische und organisatorische Maßnahmen, die eine rasche und bestmögliche Anpassung des Wohnungsbestandes an die Bedürfnisse älterer Menschen zum Ziel haben. Gesetzgeber und Verwaltung sind gefordert, dem rasch wachsenden Bedarf entsprechend zügig vorzugehen.

Nachbesserung der Rahmenbedingungen

Bundesinnungsmeister Frömmel zitierte eingangs der Diskussion aus Studienergebnissen. Aus einer GfK-Studie im Auftrag der Bundesinnung Bau ergibt sich, dass jeder Zweite der Generation 40+ bei Bedarf zu Hause gepflegt werden möchte. Derzeit sind allerdings nur 4% der Häuser bzw. Wohnungen komplett barrierefrei, 63% sind nicht und 24% teilweise barrierefrei.

Volkswirtschaftliche Vergleichsrechnungen sprechen eindeutig für die Pflege in der eigenen Wohnung gegenüber der Versorgung im Alten- und Pflegeheim. Wie dramatisch die Situation ist, zeigt, dass im Bereich der Gemeinden die Ausgaben für Soziale Wohlfahrt und Gesundheit explodieren und mittlerweile EURO 2,5 Mrd. umfassen.

Frömmel begrüßte das vorliegende Konzept, den „Sanierungsscheck“ für die Thermische Sanierung mit einer Förderung für seniorengerechte Adaptierung zu kombinieren als einen ersten Schritt. Auf Dauer sollte jedoch neben den bestehenden Länderförderungen eine eigenständige Förderschiene auf Bundesebene eingerichtet werden.

Unterstützung erhielt der Bundesinnungsmeister in diesem Punkt von allen Abgeordneten, die in diesem Zusammenhang die wichtige Rolle auch der Länder betonten. Die Förderpolitik des Bundes und der Länder müsse insgesamt mit dem Ziel der Transparenz und Vereinfachung konsequent abgestimmt und optimiert werden. Dazu gehöre als organisatorische Begleitmaßnahme auch die längst fällige Harmonisierung und Deregulierung der Bauordnungen sowie eine Anpassung des Miet- und Wohnrechts, die auch in Mehrparteienhäusern notwendige und sinnvolle Sanierungen erleichtert.

Mehr Kreativität bei Finanzierungskonzepten

Einhellig plädierten sowohl Experten als auch die Parteienvertreter für mehr Entschlossenheit im Förderwesen und für neue Wege bei der Finanzierung. So sollten Anreize geschaffen werden, damit niedrig verzinste Bankeinlagen für das barrierefreie Adaptieren mobilisiert und für die Erbengeneration steuerliche Anreize für Investitionen im Haus oder in der Wohnung der Eltern bzw. Familienangehörigen geschaffen werden.

Der Senioren-Sanierungsscheck sei ein erstes wichtiges Signal, um auch weitere unbürokratische Förderschienen auf Bundes- und Landesebene zu installieren. Auch der Einsatz von Mitteln des mittlerweile bis 2016 verlängerten Pflegefonds für altersgerechtes Wohnen käme in Frage.

Insgesamt waren sich die Ressortsprecher der Parteien und Experten einig, dass es notwendig sei, rasch Maßnahmen zu ergreifen. Dabei werde den Verhandlungen zum nächsten Finanzausgleich eine wesentliche Schlüsselrolle zukommen.