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GfK-Studie zeigt: Großes Interesse an seniorengerechter Wohnversorgung

19.10.2011

41% der Generation 40+ plant Adaptierung; Jeder zweite möchte zu Hause gepflegt werden; 63% der Bestandswohnungen nicht barrierefrei; Förderung und Steueranreize wichtige Motivation

Durch das Ergebnis einer aktuellen GfK-Studie, wonach in der Altersgruppe 40+ eine hohe Investitionsbereitschaft in die Barrierefreiheit im privaten Wohnbereich besteht, sieht sich die Bundesinnung Bau in ihren Bemühungen um rasche förder- und fiskalpolitische Anreize für erforderliche Umbaumaßnahmen bestätigt.

Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel erhebt aus diesem Anlass zum wiederholten Mal die Forderung nach einem Sanierungsscheck als Anstoßfinanzierung für die seniorengerechte Adaptierung von Wohnungen und Einfamilienhäusern.

Die Umfrage als Download (pdf, 759 KB)

„Mit der Realisierung von mehr Barrierefreiheit schlagen wir 3 Fliegen mit einer Klappe. Wir erfüllen die Wünsche der SeniorInnen, kurbeln die Bauwirtschaft an und entlasten die Sozialbudgets des Bundes, der Länder und Gemeinden!“, so Frömmel.

In der vorliegenden Untersuchung nennen vier von fünf Befragten die vertraute Umgebung und die höhere Lebensqualität als Hauptmotive für Umbaumaßnahmen. Jeder zweite der Generation 40+ möchte bei Pflegebedürftigkeit in höherem Alter zu Hause gepflegt werden. Nur 19% würden eine Betreuung in einer Seniorenresidenz und 15% in einem Pflegeheim bevorzugen. Bei 63% der Probanden ist das aktuelle Wohnumfeld nicht barrierefrei, was das anstehende Anpassungspotential verdeutlicht. Ganz oben auf der Wunschliste für Umbauarbeiten stehen die Neugestaltung des Sanitärbereichs, die rollstuhlgerechte Verbreiterung der Türen, der Einbau eines Treppenlifts, eine barrierefreie Küche und der Ein- oder Anbau eines Aufzugs.

Für die notwendigen Arbeiten sind jeweils zwei Drittel der Befragten bereit, bis zu 5.000 bzw. 5.000 bis 10.000 Euro aufzuwenden, 23% bis zu 20.000 Euro. Als Anreiz halten 53% eine unbeschränkte steuerliche Absetzbarkeit sowie 28% eine reduzierte Mehrwertsteuer für ihre Investition für wünschenswert.

Mit Aussicht auf einen Sanierungsscheck in Form eines staatlichen Einmalzuschusses von bis zu 6.500 Euro wären 22% sicher und 48% der Befragten eher bereit, die notwendigen Maßnahmen zu beauftragen. Als hinderlich für die seniorengerechte Adaption bezeichnet jeder zweite die Bürokratie bei Förderansuchen und Genehmigungen sowie etwaige Probleme bei der Bauabwicklung.

Für die bauliche Umsetzung würden 25% sicher und 42% eher einen Fachmann heranziehen. 61% wünschen sich als Ansprechpartner einen Experten für alle Leistungen, wobei 52% sämtliche Arbeiten an ein gewerbliches Unternehmen vergeben würden. Mit einer entsprechenden Förderung wären sogar 65% der Befragten bereit, die Umbauten offiziell mit einem speziell ausgebildeten Profi zu realisieren.

Die jüngste Untersuchung betrachtet das Baugewerbe auch als schlüssige Ergänzung einer im Vorjahr präsentierten volkswirtschaftlichen Studie, welche die Adaptierung von Bestandswohnungen im Vergleich mit Pflegeeinrichtungen als die kostengünstigste Wohnversorgung dokumentiert. Mit einem eigens entwickelten Fortbildungsprogramm können sich Baumeister an den österreichischen Bauakademien auf das barrierefreie Bauen und Wohnen bzw. die seniorengerechte Adaptierung von Wohnungen spezialisieren. Die Liste der für diesen Bereich zertifizierten Baumeister ist auf der Webseite www.bau.or.at abrufbar.